Michael, Straßenmaler, Ruhrpott, Deutschland

Michael, Straßenmaler, Ruhrpott, Deutschland

Michael traf ich auf der Mönkebergstraße in Hamburg.

Vor knapp einem Jahr habe ich ein Foto von einigen seiner Kreidedosen im einsetzenden Regen gemacht, und wollte schon damals mehr von diesem Menschen und seinen Bildern wissen. Heute traf ich ihn wieder, und es gelang mir, ihn für das Projekt zu gewinnen.

Michael malt in Stuttgart und in Hamburg, denn er mag dort malen, wo er sich auskennt. Früher traf man ihn auch in Spanien, doch dort gab es Probleme mit Polizei und Behörden – anders als in Deutschland. Er mag übrigens keine gestellten Fotos (und dazu zählt er auch das in die Kamera schauen, glaube ich), und ist in positivster Weise besessen von seiner Arbeit – 10 bis 12 Stunden am Tag. Zitat: “Wenn ich bei der Arbeit bin, fühle ich mich nicht wie auf der Arbeit.”. Ich hatte jedenfalls meine liebe Mühe, ein Portrait von ihm zu bekommen, da er auch bei unserer Unterhaltung fast unablässig mit gesenktem Kopf malte.

Ich durfte ein kleines bisschen an seiner 25-jährigen Erfahrung als Straßenmaler teilhaben: Er nutzt klein gemahlene Kohle als “Schmiermittel”, damit die Finger beim Verteilen der Farben auf dem rauen Boden nicht so leiden. Und da er immer 12er Pakete der Kreiden kauft – in denen sind alle Farben drin – gibt es einen gewissen ‘Überschuss’ einiger Farben, sodaß er manchmal einen rosa Himmel zaubert.

Wir sprachen auch über die Vergänglichkeit seine Bilder im Regen. Er meinte: “Früher habe ich Fotos davon gemacht, aber die Filme nicht entwickelt. Bei meinen Bildern ist es wie in der Musik: Wenn der letzte Ton verklungen ist, ist das Konzert vorbei.”

Michael, vielen Dank für das liebe Gespräch, und deine Fotos!

Bisher noch keine Kommentare

Deine Email-Adresse wird nie veröffentlicht. Felder mit * bitte ausfüllen *

*

*

Es gab einen Fehler. Bitte versuche es nocheinmal.